Der Begriff “Work-Life-Balance” ist ja mittlerweile sehr weit verbreitet. Bei näherer Betrachtung hat die Sache allerdings einen Haken: Das wirkt ja so, als würde man NICHT leben (Life), wenn man arbeitet (Work), so als wäre “Work” quasi Nicht-Leben, das sauber mit der Zeit außerhalb der Arbeit, also “Life”, aus-balanciert werden muss. Also könnte man es ja gleich auch No-Life-Life-Balance nennen.

Mein Gegenvorschlag: Lieber statt “Balance” eine Übereinstimmung finden zwischen DEM Leben, das ich DA DRAUSSEN führe und meinem wahren innersten Wesen, denn je mehr die innere Wirklichkeit auch AUSSEN stattfinden darf, desto weniger muss da überhaupt “ausbalanciert” werden zwischen Leben und Nicht-Leben, Ich und Nicht-Ich. Coaching und Psychotherapie helfen dabei, sich besser kennenzulernen und auf diese Weise auch in eine Lebensführung zu finden, die dem eigenen Wesen mehr entspricht. Und vielleicht wird durch diese Vorgehensweise die Notwendigkeit, die eigene Lebenszeit in “Work” (Nicht-Leben) und “Life” zu trennen bzw. da eine “Balance” schaffen zu müssen, schlichtweg überflüssig, weil dann einfach immer gelebt wird, auch bei der Arbeit. Wer dafür auch einen englischen Begriff haben möchte, könnte es zum Beispiel Life-Soul-Matching nennen, also der eigenen Seele gemäß leben.

16.01.2020